(selbst gemalt)


Andalusien - Ein Pferdeland zum Träumen

Diesen Sommer verbrachte ich bei meinen Großvater. Ich war mächtig aufgeregt, denn es war sehr selten, dass ich ihn mal traf! Er wohnt in Andalusien, auf einer Ranch mit sehr vielen Andalusischen Pferden. Da ich Pferde sehr mag und ich alt genug bin, hatte mir meine Mutter erlaubt, ihn diesen Sommer zu besuchen. Anfang des Jahres habe ich meinen 15 Geburtstag gefeiert, mein Großvater hatte mich angerufen und mich zu einem Besucht eingeladen. Erst sahen das meine Eltern dem ganzen, etwas skeptisch entgegen über, aber irgendwie habe ich es geschafft sie zu überzeugen! Jetzt sitze ich in einem Geländewagen, neben mir ein Mann, er war so Mitte 20, aber sehr nett. Er arbeitete auf der Ranch von meinen Großvater, er erklärte mir schon eine Menge und ließ mich eine Vorstellung daraus machen, wie es dort wohl aussah. Er erklärte mir, dass wir nun in Jerez de la Frontera waren, hier also, wohnt irgendwo mein Großvater! Schon bei der Vorstellung davon, kam ich ins staunen. Endlich waren wir da, der Wagen hielt und ich kletterte aus dem Auto. Ich sah das drei große Hunde auf mich zuliefen, mich beschnupperten und mir die Hand ableckten. Ich musste lachen. Da, ich hörte einen alten Mann, der meinen Namen rief. Ich sah in die Richtung, doch da war nur eine riesige Weide mit lauter weißen Pferden. Andalusischen Pferden! Ich kam aus den staunen gar nicht mehr raus. Dann endlich sah ich den Mann, ich erkannte ihn, es war mein Großvater. Er stand inmitten der Herde und streichelte sanft den Kopf einer Stute. „Komm her, und sieh sie dir an. Sind sie nicht wunderschön!“ Ich trat an den Zaun und starte auf die unendlich große Weide. „Du kannst ruhig rein kommen, du hast doch keine Angst vor Pferden, oder?“ Hastig schüttelte ich den Kopf und kletterte über den Zaun. Ich ging zu meinen Großvater, dass erste mal seit fast 8 Jahren sah ich ihn endlich wieder. Ich hatte zwar schon oft mit ihm telefoniert, doch das hier war jetzt natürlich etwas ganz anderes. Ich hatte schon die Befürchtung, dass er wäre mir sehr fremd geworden wäre. Doch nicht mal ein bisschen, nein, dass ist mein Großvater, wie ich ihn kannte. Er liebte die Pferde und die Natur sehr, genau wie ich. „Mensch Kind bist du groß geworden!“ Ich musste lachen, denn dies war der Satz, auf den ich schon gewartet hatte. Ich drehte mich um und sah auf einen schneeweißen großen Hengst. Es war das hübscheste Pferd, was ich je gesehen hatte. Die Augen waren groß, aber so treu. Ich verliebte mich sofort.
„Oh mein Gott, was für eine Schönheit!“ Mein Großvater trat neben mir und wollte den schönen Weißen gerade ans Halfter packen, als der sich umdrehte und davon galoppierte. Eine riesige Staubwolke wurde aufgewühlt, schnell hielt ich mir die Ärmel vors Gesicht, da ich nicht den ganzen Sand ich die Augen bekommen wollte. „Er ist eine wirkliche Schönheit, doch leider auch sehr schwierig. Niemand hat ihn bis jetzt geschafft zu reiten. Da die Weiden hier so groß sind, haben wir meist schon Schwierigkeiten ihn zu fangen. Aber er ist bis jetzt einer der besten Zuchthengst überhaupt. Er heißt Aradon!“
Donn, dass hört sich so mächtig an und passte auch irgendwie besser, fand ich. Langsam verteilte sich die Herde. Es waren fast 100Pferde, allein auf dieser Weide. „Sind das alle Pferde, die du hast?“ Mein Großvater lächelte. „Oh nein, ich habe auf einer anderen Weide noch knapp 80verschiende Pferde und im Stall noch einmal 30. „Wow, so viele. Wahnsinn!“ Ich kam aus den Staunen nicht mehr raus. Als wir ins Haus gingen, erzählte mir mein Großvater, dass der Andalusier der ganze Stolz der spanischen Pferdezüchter ist. Der Ursprung dieser stolzen Tiere liegt in den alten iberischen Pferden der Antike. Das hatte ich vorher noch nicht gewußt. Jetzt aber weiß ich es und ich lernte in Sachen Andalusische Pferde noch eine Menge mehr. Meine Großvater zeigte mir mein Zimmer, in dem ich die 6Wochen, meiner Ferien verbringen würde. Das war zwar klein, aber wirklich urgemütlich. Mir war ganz schön warm und ich zog mich noch einmal um. Diesmal kramte ich meine Westernhose mit Fransen und eins meiner Lieblingstops raus. Meine Haare machte ich offen und setzte mir meinen neuen braunen Westernhut auf. Das sah echt lustig aus, ich fühlte mich wie ein richtiges Cowgirl. Gut gelaunt hüpfte ich die Treppe runter und ging in die Küche, wo mein Großvater stand. Er staunte nicht schlecht, als er mich in den Sachen sah. „Na, wo willst du denn hin?“ „Ach Großvater, reiten, was sonst?“ Er lachte und sagte, ich sollte doch schon mal raus gehen. Das tat ich auch. Ich ging zu der Weide, auf dem die Andalusier standen. Da, ich erkannte meinen “Donn“! Mein Gott, wie schön der war. Sein Fell glänzte golden, im Schein der Sonne. Vorsichtig streckte ich die Hand nach ihm aus. Aradon hatte mich schon gesehen und beobachte meine Bewegungen ganz genau. Er kam sogar ein paar Schritte vor und stupste mit seinen warmen Nüstern an meine Hand. Ich konnte es kaum glauben, denn er sollte doch angeblich so scheu sein. Von weitem hörte ich mein Großvater rufen. Aradon sah mich mit seinen großen Augen an, dann machte er kehrt und galoppierte davon, ein Teil der Herde folgte ihm. Doch sie waren alle viel langsamer als Donn, der sah aus, als würde er über die Wiese fliegen. Ich betrachtete meine Hand, er war so sanft, als er seine Nüstern daran stupste. Ich ging zu meinen Großvater. Er stand mit einem komischen Mann da, der war mir allerdings schon von Anfang an unsympathisch. Er fragte mich welches Pferd ich denn reiten wolle.
Ich sagte ihm, dass ich es gerne mit Aradon versuchen würde. Der Mann brach in ein schallendes Lachen aus und sagte irgendwas auf Spanisch. War wohl gut, dass ich das nicht verstand, denn ich war sowieso schon sauer genug.
Mein Großvater sah mich an, dass ich wütend war und er lächelte mir schnell zu. Was wohl so viel wie „Lass den ruhig lachen, der ist’s nicht wert...“ bedeuten sollte. Nun gut, ich verzichtete auf meinen Wutausbruch und ging mit meinen Großvater zu einem der Ställe. Erst sollte mir wohl erst irgendein Stalljunge das Pferd fertig machen, doch ich bestand darauf, dass selbst zu tun. Ich bekam einen feurigen Andalusier, sein Fell glänzte schneeweiß.
Mein Großvater half mir beim fertigmachen, da mir der Andalusischen Sattel und die Trense noch nicht so ganz geheuer waren. Doch als ich oben saß, fühlte ich mich, wie ein Cowgirl, so richtig. Der Spanische Sattel war so anders, aber total bequem. Man Großvater ritt eine Stute, ebenfalls Andalusischer Abstammung. Sie schien verdammt temperamentvoll zu sein, doch mein Großvater schien sie gut im griff zu haben. Fernando, mein Pferd, schien lammfromm zu sein, er hörte auf die feinsten Hilfen und störte sich nicht ein bisschen, wenn man mal ein Auto vorbei kam. Wir ritten nur auf abgelegenen Feldwegen. Ich schlug meinen Großvater ein rennen vor, doch er lehnte ab, mit der Begründung, dass es doch zu gefährlich sei. Das war der erste Satz, der mir an meinen Großvater nicht gefiel. Ich merkte außerdem, dass Fernando ebenfalls total heiß darauf war, endlich los zu galoppieren. Also tat ich ihm den gefallen. Nur ein leichter Schenkeldruck genügte, und er war im Galopp. Seine Tritte federten über den Staubigen Boden Andalusiens. Ich gab die Zügel nach und ließ ihn laufen. Er wurde immer schneller und schneller. Mein Großvater dachte wohl, dass ich Fernando nicht mehr unter Kontrolle bekäme, denn kurze Zeit später folgte er mir im gestreckten Galopp. Ich rief ihn zu, dass er sich doch mal beeilen sollte, ich glaube, dann begriff auch er, denn er lachte und zog auf einmal an mir vorbei. Fernando und ich ließen und das nicht lange bieten und legten noch einen drauf. Dann lagen wir wieder in Führung und gewannen das Rennen.
Mein Großvater lachte so herzlich, als wir endlich wieder im Stritt ritten.
„So etwas habe ich schon ewig nicht mehr, mit so viel Freude gemacht!
Das Temperament hast du zweifelsfrei von deiner Mutter!“ Ich musste lachen.
„Na, darum passen Fernando und ich ja so gut zueinander. Aber warum kann ich Aradon nicht versuchen zu reiten?“ „Dieses Pferd kann dich umbringen, es ist nicht mal dem besten Reiter gelungen ihn zu bändigen. So ein Temperament, so eine Kraft und so Ausstrahlung zu gleich hat nicht jedes Pferd und ihn kann man einfach nicht reiten.“ Ich gab es auf, denn es hatte einfach keinen Zweck mehr. Nass geschwitzt kehrten wir zum Hof zurück. Mich gucken die Leute von dem Hof meines Großvaters besonders blöd an. Das störte mich allerdings nicht, denn ich guckte dann einfach ganz blöd zurück. Ich merkte, dass ich längst nicht von allen herzlich willkommen geheißen wurde. Doch ein Junge kam auf mich zu, er war wohl zwei oder drei Jahre älter als ich, aber konnte perfekt Deutsch und war auch der erste, der mich nicht blöd anguckte. Er half mir Fernando fertig zu machen und führte mich anschließend noch etwas rum. Er erklärte mir, dass sein Vater Spanier ist und seine Mutter Deutsche. Seine Eltern sind geschieden und er lebt hier bei seinem Vater. Er hieß Justin und hatte sogar ein eigenes Pferd. Er zeigte es mir. Es war ein Andalusier. Er stand in einem der Privatställe, bei noch ein paar anderen Pferden. Ich erzählte Justin, dass ich Anna hieße und das ich über die Sommerferien meinen Großvater hier besuche.
Justin beneidete mich, so einen Großvater zu haben. Ich lächelte, auch wenn ich den genauen Anlaß dazu gar nicht wusste. Justin gefiel mir, wir waren auf einer Wellenlänge. Das Hauptthema war allerdings, die Pferde. Es war komisch, dass mir endlich mal ein Junge gefiel, aber vielleicht lag es daran, dass er auch ritt. Es wurde Abend und wir gingen noch etwas spazieren. Gefolgt von seinem Hund, eine interessante Promenadenmischung. Sah irgendwie ganz lustig aus. Andalusien war ein wahnsinnig schönes Land, musste ich jetzt plötzlich feststellen. Er zeigte mir die Gegend sehr genau, und nahm die Bezeichnungen einiger Sachen ziemlich ernst. An diesem Tag lernte ich nicht nur schon viel, sondern lernte auch ziemlich viel aus Andalusien kennen.
Ich ging ziemlich lange mit Justin spazieren, erst am späten Abend kehrten wir wieder auf Großvaters Hof ein. Ach aber Hof, ich glaube man könnte da lieber Range sagen, ist ja alles so riesig hier! Justin geht im Stall zu seinem Pferd. Ich zieh mich zurück, auf eine der Weiden. Donn hat mich schon gesehen und beobachtet mich genau. Schnell klettere ich über den Zaun. Ich steh Donn nun genau gegenüber.
Er ist echt riesig und sieht mich mit einer bestimmten skeptisch an. Ich gehe ein paar Schritte auf ihn zu. Er wirkt jetzt nervös und fängt plötzlich an mit den Huf zu scharren. Ich beschließe einen anderen weg zu nehmen, ich gehe zwischen den anderen Pferden her und mache nun doch einen kleinen Spaziergang über die Weide. Nach einer Weile sah ich mich um, und ich sah schon gar nicht mehr, den Zaun, wo ich eben rüber geklettert war. Der Hügel auf dem ich jetzt stand, ließ mich jetzt das andere Ende der Weide sehen, das noch einmal so groß war. Ich war müde und legte mich etwas ins Gras. Die Sonne blendete und ich legte meinen Cowboyhut über mein Gesicht und kaute auf einen Grashalm. In der Weite hörte ich das Schnaufen der Pferde. Ich war wohl kurz eingedöst, denn ich erschrak tierisch, als plötzlich jemand an meinem Hut knabberte. Ich musste zu meinem erstaunen feststellen, dass es Donn gewesen war. Ich lächelte und sah ihn an, er machte einen langen Hals und beschnupperte mich. Vorsichtig streichelte ich seinen Kopf und dann seinen Hals. Er hatte samtweiches Fell, was in der Sonne wunderschön golden glänzte. Auch wenn die Sonne jetzt schon fast untergegangen war, war er einfach nicht zu übersehen. Plötzlich hatte ich Lust zu reiten, am liebsten wäre ich jetzt auf Donn gesprungen und wäre mit ihm ohne Sattel über die Weide, dem Sonnenuntergang entgegen galoppiert. Aber das war natürlich nur eine leise Vorstellung und ein Traum, dieses wilde Pferd einmal so frei und unbezwungen zu reiten. Ich schaute auf die Uhr und musste feststellen, dass es schon ziemlich spät war, und das es Zeit wurde zum Hof zurück zu gehen, da meine Mom noch anrufen und nach allem erkundigen wollte! Als ich zurück ging, leistete Donn mir Gesellschaft und begleitete mich. Ich unterhielt mich etwas mit ihm, auch wenn ich keine Antwort bekam, erzählte ich ihn, von meiner Familie und von dem Stadtleben. Er schien mir aufmerksam zuzuhören, denn seine Ohren waren stets gespitzt und sein Blick war neugierig. Er folgte mir, wie ein Hund, sogar streicheln konnte ich ihn. Er zeigte auf einmal gar kein scheu mehr. Was war los mit ihm, das ist doch nicht der Aradon, von dem mein Großvater mit erzählt hatte, oder doch? Ich konnte den scheuen Donn aber nicht sehen..., dass sollte sich allerdings ändern, als wir wieder in Sichtnähe waren. Donn stupste mich noch einmal kurz an, dann drehte er sich um, und verschwand, in einem Galopp, der einfach nur zauberhaft war. Er schwebte über den Boden Andalusiens. Ein Traum!!! Als ich zurück zum Hof ging, sah ich meinen Großvater, wie er ziemlich mit einem Mann diskutierte. Immer wieder viel der Name “Aradon“, dass machte mich hörig und ich stellte mich zu den Pferden, hörte dem Gespräch aber neugierig zu. „Ich biete ihnen alles für Aradon. Er könnte ein richtiges Filmpferd werden, richtig berühmt, überlegen sie doch mal?“ Ich hoffte mich verhört zu haben, aber dem schien wohl doch nicht so. Schnell sprang ich über den Zaun, klopfte meine Hose ab und stellte mich neben meinen Großvater. Ich baute mich extra groß vor ihm und fügte dann ganz selbstsicher hinzu, dass Aradon auf keinen Fall für kein Geld der Welt zu verkaufen ist. Der Mann sah mich ziemlich seltsam an, so dass ich schon überlegen musste, ob ich denn etwas falsches gesagt habe, doch ich blieb bei meinem Entschluß, dass richtige gesagt zu haben. Ich sah in das Gesicht, meines Großvaters, was so viel sagte, wie, ich solle mich da nicht drin einmischen! „Dein Großvater und ich haben so fast alles geregelt, junges Fräulein. Da wirst du auch nichts mehr dran ändern können!“
Man, der Mann war mir wirklich mehr als unsympathisch, und ich beschloß, so schnell nicht aufzugeben. „Großvater, du hast mir doch gesagt, dass Aradon nicht zu verkaufen wäre? Außerdem, wenn er nicht geritten, werden kann, was soll er dann ein Filmpferd werden? Aber typisch, ihr denkt echt alle nur ans Geld!“ Zu meinem erstaunen schwieg mein Großvater eine ganze Weile, und meinte dann, noch einmal in Ruhe über die ganze Sache nachdenken zu müssen. Ich atmete auf, und sah zur Weide, wo ich in der Ferne, Aradons wunderschönes Fell, im Schein des Mondes glänzen sah. Es war dunkel geworden, und ich beschloß in mein Zimmer zu gehen. Bevor ich ging, warf ich dem Mann noch ein paar musternde Blicke zu und verschwand dann.
In meinem Zimmer warf ich mich tot müde aufs Bett und schlief sofort ein, die Luft, und die ganze Umstellung hatte mich ziemlich müde gemacht. Tage vergingen, und ich gewöhnte mich schnell an die ganzen neuen Sachen. Mein Großvater hatte dem Typen vom Fernsehen gesagt, dass er Aradon nicht verkaufen wird, was ganz in meinem Sinne war. Ich freute mich sehr über den Entschluß, denn mit Donn hatte ich mich von Tag zu Tag mehr angefreundet. Eher heimlich, denn komischer weise, wenn wir in der nähe anderer Leute waren, war Aradon total anders, er hatte wieder richtige Scheu vor mir. Waren wir allerdings nicht in Sichtweite, war er fromm wie ein Lamm, und folgte mich auf schritt und tritt. Aber mit dem reiten habe ich’s auch noch nicht ausprobiert, dass lasse ich auch lieber noch etwas...!!! Eines Nachts, ich lag gemütlich im Bett und schlief, da plötzlich höre ich draußen das wiehern einiger Pferde und das wütende Gebell der Hunde. Da mein Blick genau auf die Pferdekoppel reichte, zog ich die Gardinen an die Seite und schaute nach draußen. Es war Vollmond, und ich konnte die Weide gut erkennen. Ich erblickte das offene Gatter und sah, wie ein paar Pferde auf dem Hof herum trabten. Ich dachte nur, Donn!!! Ich stürmte durchs Haus, nach draußen. Auf dem Hof standen schon einige Mitarbeiter und ein paar Feriengäste. Mein Großvater stürmte ebenfalls aus dem Haus. „Los, jeder der reiten kann, sattelt ein Pferd, wir müssen die anderen Pferde wieder einfangen, die hier in der Gegend rum streuen. Beeilt euch!!!“ Ich lief im Nachthemd und mit Barfuß zur Weide. „Anna, geh du zurück in dein Zimmer, und steh hier nicht im Nachthemd rum. So etwas kann ich meiner kleinen Nichte nicht zumuten, dass machen nur die Frauen, oder die Männer...!“ Das ließe ich mir nicht zweimal sagen. In der Ferne hatte ich Donn erblickt, er stand edel und voller stolz auf der weide und beobachtete alles. Ich hatte eben einen Mann gesehen, der Versucht hatte, Donn einzufangen, doch der ist einfach davon galoppiert. Ich lief quer über die Weide zu Donn. „Hey mein Junge, komm her, ich brauche dich, wir müssen die anderen Pferde finden!“ Donn kam in grossen Schritten auf mich zu, er stupste mich an, ich glaube, er verstand, was ich von ihm wollte. Ich holte noch einmal tief Luft, nahm Anlauf, und sprang auf seinem Rücken. Mit meinem nassen Händen packte ich in seine dichte Mähne, gab einen Schenkeldruck und schrie: „Los Aradon, bringe mich zu den anderen Pferden. Lauf Junge, lauf!!!“ Die Leute, die dies von weitem beobachtet hatten, starten mich mit offenem Mund an. Als ich an ihnen vorbei galoppierte, sahen sie aus, als würde ihnen bald der Unterkiefer runterfallen. Sah ziemlich lustig aus. So schnell, wie Aradon lief, bin ich noch nie geritten.
Es war wahnsinn, doch ich merke, dass ich ihn mit meinen Schenkeln jederzeit durchparieren konnte. Ich wurde dadurch glaub ich ein ganzes Stück ruhiger, und ich saß nicht mehr so verkrampft auf ihn. Ich genoss diesen Wahnsinns Galopp. Aber, wo wollte Aradon hin??? Wir galoppierten gerade querfeldein über ein Feld, als ich im Schein des Mondes, die Gestalt einiger Pferde sah. Im näheren Hinsehen, sah ich fast die ganze Herde, bis auf ein paar andere, die in der Gegend noch verstreut waren. Ich parierte Aradon zum stehen durch und überlegte. Da, von weitem konnte ich noch einen anderen Reiter erkennen. Ich galoppierte auf ihn zu, und musste verstellen, dass es Justin war. „Was machst du denn hier? Auf Aradon? Und ohne Sattel und Trense, bist du wahnsinnig?“ „Erkläre ich dir ein anderes mal, aber dort hinten ist fast die ganze Herde, du musst mir helfen, sie zurück zum Hof zu treiben?“ „Nichts lieber als das, jetzt lass uns mal ein bißchen wilder Westen spielen?“ Irgendwie nahm Justin das alles gar nicht so ernst, so kam es mir jedenfalls vor. Obwohl, wenn ich’s mir recht überlege, warum auch, so viel kann hier ja gar nicht passieren, Straßen sind ja kaum hier! „Okay!!“, schrie ich, und trieb Aradon in einen gestreckten Galopp an. Ich überholte Justin und wir schrien: „HO, HO, lauft, lauft.....!“ Wie die Indianer, die ihre Mustangs, oder Rinderherden zusammen trieben. So kam ich mir vor. Außerdem auf einem Pferd, was mehr oder weniger frei ist, meine Anweisungen aber trotzdem genau befolgt, und ich im Galopp, im Nachthemd auf einen wunderschönen Pferd was eigentlich niemand reiten kann. Ich glaube, ich bin frei.....!
So fühle ich mich jedenfalls. Die Pferde haben wir heile zum Hof zurück bekommen, mein Großvater staunte nicht schlecht, als ich auf Aradon ankam. Ich sprang ab, und Donn lief mit den anderen auf die Weide und verschwand irgendwo hinten auf der Weide. Ich fror! Ich glaube Justin hatte es bemerkt, denn er kam, und leckte mir seine Jacke über meine Schulter. „Für eine bezaubernde Heldin!“ Ich lachte, und wurde glaub ich ziemlich rot. Nur gut, dass es dunkel war. „Kommst du noch mit im Stall, ich muss mein Pferd noch fertig machen!“ Ich nickte, und lief schon einmal vor. Im Stall kauerte mich ein eine Ecke mit Stroh. Mir war wirklich nicht gerade warm. „So, nun erzählt schon?“ Fragend sah ich Justin an. „Ich verstehe nicht!“ „Na, wie kommt’s, dass du Aradon reiten konntest? Das hatte vor dir noch niemand geschafft? Ich meine, dass er Geschmack hat, ist keine Frage, aber.....!“ Er stockte. „Hm Anna, weißt du, wie es aussah, als du mir entgegen geritten bist?“ Ich schüttelte den Kopf. Mit meinen Händen versuchte ich meine Füße sauber zu bekommen, die voller Staub und Erde waren. Doch, so richtig klappe es nicht. „Es sah einfach zauberhaft aus. Dieses schneeweiße wunderschöne Pferd, was die Stärke, und Ausdauer eines Geisterpferdes besitzt. Diese wunderschöne Statur, die dieses Pferd hergibt, hat mich schon immer verzaubert. Und du, du sahst aus, wie eine Prinzessin! Dein Nachthemd schwebte im Schein des Mondes über Aradons Rücken. Deine blonden Haare schimmerten, genau wie Aradons Mähne, golden. Deine Haare flogen im Wind, wie eine Feder in der Luft. Und du sahst aus, wie einer dieser Elfen, von denen in Büchern so oft die Rede ist. So etwas wie eben, habe ich noch nie gesehen. Mir fehlen echt die Worte. Dieses Bild habe ich nur einmal in einem Traum gehabt. Doch der hatte kein wirkliches Ende! So eine Harmonie zwischen Pferd und Reiter ist doch fast unmöglich, du musst etwas besitzen, was sonst niemand besitzt. -06-
Anna, du bist zweifelsfrei etwas besonderes. Als ich dich gesehen habe, habe ich so ein komisches Gefühl gehabt, doch ich wusste nicht, was es zu bedeuten hatte. Doch Aradon hat dich durchschaut. Du bist der Geisterreiter von Andalusiens. Glaub mir, du bist es....!“ Ich musste einmal tief durchatmen. Denn das was Justin da gerade gesagt hat, habe ich wahrhaftig von niemanden gehört. Aber er war, dass musste ich zugeben, ein verdammt guter Poet. Trotzdem verstand ich nicht ganz. „Stop Justin, was redest du da? Ich bin ein Mädchen, wie jedes andere!“ Justin räusperte sich, und sah mich lächelnd an. „Hey Sweet Horsegirl, du weißt, du bist, dass hat dir Aradon auch wohl deutlich zur Verständnis gegeben, etwas besonderes. Du weißt, dass Aradon fast niemanden an sich heran läßt, und du durftest ihn sogar reiten. Kleines, eins muss ich Aradon lassen, er hat wirklich Geschmack.“ Ich grinste, doch mir wurde etwas mulmig, als Justin plötzlich den Striegel an die Seite legte, und auf mich zu kam. Er hockte sich genau vor mir, und strich mir einige Strähnen aus dem Gesicht. Verunsichert lächelte ich, und plötzlich wurde wir wieder kalt, und ich begann heftig zur zittern. Ich glaube aber, dass machte die Aufregung. „Hey kleine, was zitterst du? Hast du etwa angst vor mir?“ Ich versuchte hastig ein cooles „Nö!“ zu erwidern, doch entweder konnte er aus meinen Augen, meine Unsicherheit erkennen, oder er war einfach ein Genie in Sachen Gefühle. Denn er wusste ha genau, dass ich angst hatte. Er verhielt sich so lieb und vorsichtig. Er nahm mich einfach nur in seinem Arm, er setzte sich neben mir, und wir beobachteten die Pferde. Dieses Thema war wohl jetzt ziemlich angebracht. Aber wir redeten auch viel über unsere Vergangenheit. Wir quatschten einfach über alles, fast die ganze Nacht. Als ich dann tot müde in seinen Armen versunken einschlief, fühlte ich mich einfach nur noch geborgen. Meine Angst war weg, und ich glaube jetzt zu wissen, wie es ist, verliebt zu sein. Wir unternahmen von da an jeden Tag etwas. Wir ritten so oft es ging mit den Pferden aus. Ich durfte Aradon reiten, er war jetzt so gut wie mein Pferd. In den Tagen danach, versuchten wir Aradon an Sattel und Trense zu gewöhnen, doch ich glaube, dass er sich mit so etwas nie anfreunden würde. Aradon ist einfach ein freies Pferd und er will es auch bleiben. Um ihn reiten zu können, braucht man ein besonders Verhältnis zu ihm. Eine solche Harmonie zwischen Pferd und Reiter ist einfach viel zu selten. Doch ich habe das Glück, sie erleben zu dürfen. Ach ja, kurz, nach der aufregenden Nacht, in dem die Pferde freigelassen wurde, erstattete mein Großvater Anzeige gegen Unbekannt, aber schon bald wurde der Mann vom Fernsehen festgenommen. Der auch Gestand, die Pferde laufen gelassen zu haben, aus Wut, weil er Aradon nicht bekommen hatte. Tja, ich sag da nur, Pech gehabt. Ich telefonierte fast zwei Mahl wöchentlich mit meiner Mutter, und ich schwärmte ihr etwas von diesem wunderbaren Land, und von Aradon vor. Aber niemand wirklich kann sich in das hinein versetzen, was Aradon und mich verband. Das ist einfach eine ganz besondere Freundschaft. Ach ja, bevor ich’s noch vergesse zu sagen, ich bin seit ein paar Tagen, mit Justin zusammen. Es hat gedauert, ich weiß, aber ich brauchte Zeit, ihn kennen zu lernen, aber ich habe gemerkt, einen Freund zu haben, der die Leidenschaft “Pferde“, mit einem teilt, ist einfach noch das schönste überhaupt. Als der Abschied nahte war ich wirklich sehr traurig. Am letztens Tag, stand ich wieder mitten in der Nacht auf.
Ich ging zur Koppel und rief leise nach Aradon, der auch ein paar Sekunden später kam, und mich freudig anstupste. Ich lächelte, aber zugleich liefen mir aber auch die Tränen runter. Ich wollte nicht glauben, ihn jetzt für immer wieder zu verlieren. Ich öffnete das Gatter, schwang mich auf seinen Rücken, und galoppierte einfach davon. Ich ließ Aradon laufen, und ich hatte das Gefühl, mit dem Wind zu fliegen. Seine Mähne und meine Haare, tanzen bei jeder kleinen Böe. Aradons Hufen schwebten über den Boden Andalusiens, und der Schall seiner federnden Tritte waren noch in der Ferne zu hören. Ich hatte das Gefühl, die Welt würde nur uns beiden gehören. Plötzlich, ohne einen Grund, fing ich an zu weinen, ich wollte nicht weg, ich wollte nicht nach Hause. Ich wollte einfach nur bei Aradon, Justin und meinen Großvater bleiben. Nein, ich wollte nicht zurück. Erst am späten Morgen kehrte ich wieder heim. Mein Großvater hatte sich schon Sorgen gemacht. Er und Justin stürmten auf mich zu, und wollten wissen, wo ich denn die ganze zeit war. Kurz erzählte ich es, und ritt dann zur Koppel, und brachte Aradon darauf. Er schnaufte freundlich und stupste mich wieder an, und wieder brach ich in Tränen aus. Justin kam besorgt auf mich zu. „Hey Mäuschen, was weinst du denn, an so einem schönen Tag?“ Ich vergrub mein Gesicht in Aradons Mähne, ich wollte nicht, dass mich Justin so sah. Er wollte mich glaub ich in den Arm nehmen, doch da riß ich mich los, und lief einfach quer über die Weide, hindurch zwischen den wunderschönen weißen Pferden, die nun aufgeregt durcheinander trabten, bis zu einem Stein, wo ich hinaufkletterte und das leben ein letztes Mal genoss.
Ich überblickte das weite Land, eine sanfte Brise wehte mir durch mein Haar und trockneten meine Tränen. Ich sah zu Justin. Er blickte hilflos zu mir rüber. Nach einiger Zeit kam er auch auf mich zu, und fragte, was denn eigentlich mit mir los sei. Ich wusste nicht so recht, was ich antworten sollte, denn irgendwie war’s ja kindisch. Doch, ich wusste, dass Justin mich versteht, und so sagte ich ihm, dass ich nicht weg wollte. „Ich wollte das schöne Andalusien, meinen Großvater, Aradon, und ihn nicht verlieren!“ Er lächelte. „Oh Anna, mir geht’s doch genauso, ich möchte nicht, dass du gehst..., denn ich liebe dich. Die 6 Wochen, in denen du da warst, war ich so glücklich, wie noch nie. Du hast mir die Augen geöffnet. Und ich bin stolz, mal eine richtig süsse Prinzessin kennen gelernt zu haben.“ Ich lächelte. Justin war einfach zu süß, und er konnte mega romantisch sein. Das mochte ich an ihm so. Er nahm mich in den Arm, doch ich werte mich diesmal nicht, im Gegenteil, ich genoss es. Dies waren die letzten Stunden zusammen. „Hey, lass uns doch noch einmal ausreiten!“ Ich stimmte zu und ging mit Aradon zum Stall um Justin beim satteln und trensen zu helfen. Aradon stand ruhig hinter mir, und beobachtete das ganze. Sanft streichelte ich seine Nüstern, Aradons Atem war warm und angenehm. Gerade wollte ich Justin Pferd satteln, da sagte er mir, dass er mir etwas zeigen will, was aber nur ohne Sattel geht. Fragend sah ich ihn an, doch er verriet leider nichts. Er meinte nur, es wäre wohl besser, wenn ich mir andere Sachen anziehen würde, denn ich lief immer noch mit meinem Nachthemd rum. Schnell verschwand ich im Haus, und kam mit einem Top und einer Hot Pants wieder. Er grinste. „Hey, was lachst du?“ „Nichts, aber das gefällt mir schon viel besser!“, vergnügt lachte er. „Na warte“, sagte ich, „das bekommst du noch wieder!“
Ich sprang auf Aradons Rücken, und folgte in einem wilden Galopp Justin hinterher, der in einem großen Abstand vor mir her galoppierte. Das machte irre Spaß. Er bog plötzlich in einem Weg ein, den ich noch nicht kannte. „Wo sind wir?“, fragte ich etwas außer Atem, als wir gerade zum Trab durchparierten. „Lass dich überraschen, kleines!“ Hm, eigentlich hasse ich ja Überraschungen, die sind immer so spannend, aber okay, dann warte ich halt etwas ab. Wir trabten eine ganze Zeitlang durch einen kleinen Wald. Als wir allerdings am Ende des Waldes waren, kam ich aus dem staunen nicht mehr raus. Vor mir lag ein riesiges Meer. Es hatte eine seltsame türkis artige Farbe, und man hörte das leise Rauschen, des Wassers. Der Strand war Menschenleer, doch einige Hufspuren waren zu sehen. Ich sah die Möwen, die kreischend über dem Wasser flogen. Plötzlich merkte ich, wie Aradon unruhig wurde, er scharte heftig mit den Füßen, wie er es eigentlich noch nie getan hat. „Auf die Plätze......fertig.....los!!!“, rief Justin plötzlich. Erst verstand ich nicht recht, doch als Aradon dann los galoppierte, packte ich schnell in die Mähne und genoss seinen schwungvollen, aber sanften Galopp. Wir galoppierten genau am Meer entlang. Aradon schien keine Scheu vor dem Wasser zu haben, nein, im Gegenteil, er schien es zu lieben. Nach einem endlos langem wunderschönen Galopp, hielten wir an. „Lass uns schwimmen gehen!“ Etwas skeptisch sah ich ihn an. Doch gerade, als ich von Aradon abspringen wollte, meinte er: „Aber mit den Pferden!“ Ich muss zugeben, etwas Angst hatte ich schon, aber ich tat Aradon den Gefallen, und es war wunderschön, und super lustig. Ich glaube, dies war mit der schönste Tag, meiner ganzen Ferien. Wir blieben den Rest des Tages unten am Strand. Als ich Hunger bekam, fing Justin ein paar Fische und wir haben sie über dem Lagerfeuer gebraten. Ich legte mich in den weißen, warmen Sand und blickte in den wolkenlosen Himmel. Über mir kreisten einige Möwen. Ich träumte! Als die Sonne hinten im Ozean versank, machten wir uns auch auf dem Heimweg. Vorher genoss ich aber noch einige Minuten das zusammensein mit meinen besten Freunden und diesen wunderschönen Sonnenuntergang. Wir mussten uns beeilen, mein Großvater wartete schon. Ich glaube, als ich eben mit den Pferden und Justin unten am Strand war, habe ich die schönsten Stunden, meines Lebens erlebt. Es war fast, wie ein wunderschöner Traum, der leider doch ein trauriges Ende hatte. Ich glaube jeder Abschied ist schmerzhaft, aber dieser war mehr als das. Ich hatte das Gefühl, alles zu verlieren, was ich so liebgewonnen hatte. Am liebsten wäre ich vor diesem Tag davon gelaufen, doch was hätte das gebracht? Ich denke mal, gar nichts. Daher blieb mir glaube ich nichts anders übrig, als mich zu verabschieden, und sie in dieser wunderschönen Erinnerung zu behalten. Denn, ein Wiedersehen wird es bestimmt nicht geben, oder?
Traurig gehe ich zu Aradon. Ich sehe in seine Augen, ich glaube, er weiß nicht, dass ich gehe, und das wir uns nie wiedersehen werden. Sanft streichelte ich seinen Kopf, seine weichen Nüstern und das schneeweiße Fell. Ich lege meine Arme um seinen Hals und schmiege mein Gesicht noch einmal ganz sanft an ihn. Leise flüstere ich ihm etwas ins Ohr. Er schnaubte, und stupste mich an. Ich glaube, er wollte, dass ich nicht traurig bin. Mein Großvater legte mir plötzlich seine Hand auf meine Schulter. Ich zuckte zusammen, doch zu gleich wurden meine Knie weich, und ich sackte in mir zusammen. -09-
Einige Minuten später war ich wieder bei Bewusstsein, und saß ziemlich durcheinander auf der Weide. Besorgte Blicke waren auf mich gerichtet.
Ich stand auf, und musste ihnen drei mal erklären, das ich o.k. bin, und dass das ganze nur etwas zu viel für mich war. Mein Großvater sagte mir, zu meinen Erstaunen, dass sie sich alle freuen, mich nächstes Jahr wieder auf diesem Hof wieder zu sehen. Besonders Aradon und Justin. Als ich das hörte, wusste ich allerdings nicht, wem ich zuerst in die Arme fliegen sollte. Ich war so glücklich.
Auch Justin lächelte, ich glaube, er freute sich auch super doll. Und ich werde sogar “mein“ Pferd wiedersehen. Nach ein paar Minuten der Freunde, wusste ich, dass ich jetzt trotzdem nach Hause musste. Und dieser Abschied viel mir noch immer ziemlich schwer. Lange umarmte ich Justin und Aradon. Dann stieg ich mit meinen Großvater in das Auto und er fuhr mich zum Flugharfen. Ich winkte allen, die auf dem Hof standen nach. Allerdings konnte ich die Blicke von Aradon und Justin nicht lassen. Ich vermißte sie schon jetzt! Und ich musste eine winzig kleine Träne verdrücken. An dem etwas anderen Flughafen von Andalusien, schien es so, als müsste ich mich jetzt auch von meinem Großvater verabschieden. Lange hielten wir uns in dem Arm. „Ich werde das alles so vermissen!“ Mein Großvater lächelte! „Du wirst doch nächstes Jahr wiederkommen, und bis dahin wird auch Aradon auf dich waren. Weißt du Anna, ich sollte dir noch etwas von meinen Leuten geben, sie bewundern dich!“ Fragend schaute ich meinen Großvater an, denn ich wusste nicht, was er meinte. Er zog ein Geschenk aus seiner Tasche. Es hatte die Form eines Bilderrahmens, und ich behielt sogar recht. Als ich es auspackte, war dort ein Bild zu sehen. Ich musste zweimal hinsehen, bevor ich mich erkannte. Ich konnte kaum glauben, dass ich dieses Mädchen war. Das Bild zeigte mich mit Aradon, wir galoppierten, so sah es aus, genau dem Sonnenuntergang entgegen. Wahnsinn! Dort lag noch ein Brief. Von Justin geschrieben, und von allen Leuten der “Ranch“ ebenfalls unterschrieben. Ich freute mich sehr darüber, und musste meinen Großvater noch einmal umarmen. Nun wurde es aber Zeit. Schnell brachte er mich noch zu meinem Flieger. Zögernd stieg ich ein, drehte mich ein letztes mal um, und winkte ihm zu. „Grüß alle noch einmal ganz lieb von mir!“, schrie ich ihm noch entgegen. Dann war ich auch schon im Flugzeug. Ich setzte mich auf meinen Platz, lehnte mein Gesicht gegen das Fenster und schaute sehnsüchtig raus. Das Flugzeug startete! Plötzlich glaubte ich, auf einer freien Weidefläche ein Pferd gesehen zu haben, was eine ganze Zeitlang neben dem aufsteigendem Flugzeug her galoppiert ist. Bevor das Flugzeug in der Dunkelheit verschwand, stieg das Pferd, und wieherte so laut, dass ich es sogar hörte. Ich sah mich im Flugzeug um, doch komischer weise waren fast alle am schlafen, oder saßen wie immer auf ihren Plätzen. Niemand schien das wiehern gehört zu haben. Habe ich es etwa nur geträumt?
Ich schaute nach draußen. Es war dunkel und ich konnte nichts mehr erkennen, dann irgendwann schlief ich ein, und wachte erst, kurz vor der Landung wieder auf. Zuhause rief ich sofort meinen Großvater an, und erzählte ihm unter anderem auch von meinen seltsamen Traum. Zu meinen großen Erstaunen erzählte mir mein Großvater, dass Aradon kurz nach dem Start meines Flugzeugs, von der Koppel ausgebrochen war und dem Flieger tatsächlich ein Stück gefolgt war. Außerdem soll er tatsächlich gestiegen sein, und ein lautes Wiehern von sich gegeben haben. „Er wollte sich wohl von dir verabschieden! Denn noch am selben Abend kehrte er verschwitzt wieder zurück.“, meinte mein Großvater. „Woher weist du, dass Aradon dem Flugzeug gefolgt war?“, fragte ich. Mein Großvater erklärte mir, dass Justin ihm gefolgt war, und diese Geschichte im Stall erzählt hatte. Ich redete noch ein bisschen mit ihm, und legte dann auf. Ich ging in mein Zimmer, und holte den Bilderrahmen aus meinem Koffer. Ich legte mich auf mein Bett, drückte das Bild an mich und schloss nachdenklich meine Augen. Was war Aradons Geheimnis? Ich glaube, dass wird niemand je beantworten können. Doch eins weiß ich jetzt, Aradon ist etwas besonderes. Er ist das Geisterpferd Andalusiens!



ENDE




Eine Geschichte,
von Sandra , am 16.02.2002




Was du suchst
ist nicht auf den Gipfeln der Berge,
nicht in den Tiefen der Meere,
nicht in den Strassen der Städte:

Es ist in deinem Herzen.



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