Wenn Du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt,
dann wird er dich nicht beißen.
Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.
Mark Twain



(siehe auch auf der neuen Seite links "Wie können Menschen so sein?")

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Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."



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Der Elefant oder die dünnen Gewohnheiten der Fesseln.

Einem Dompteur gelingt es, einen Elfeanten mit einem ganz einfachen Trick zu beherrschen: er bindet das Elefantenkind mit einem Fuß an einen großen Baumstamm.
Sosehr es sich auch wehrt, es kann sich nicht befreien. Ganz allmählich gewöhnt es sich daran, dass der Baumstammstärker ist als es selbst.
Wenn der Elefant erwachsen ist und ungeheure kräfte besitzt, braucht man nur eine Schnur an seinem Bein zu befestigen und ihn an einen Zweig anzubinden, und er wird nicht versuchen, sich zu befreien. Denn er erinnert sich daran, dass er diesen Versuch unzählige Male vergebens unternommen hat.
Wie bei den Elefanten stecken auch unsere Füße nur in einer dünnen Schlinge. Doch da wir von Kindesbeinen an die Macht jenes Baumstammes gewohnt sind, wagen wir nihct, uns zu wehren.
Und vergessen darüber, dass es nur einer einfachen mutigen Tat bedarf, um unsere Freiheit zu erlangen.




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Die Welt in Ordnung bringen

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte.
Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile. Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.
Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe.
Das Kind sagte: "Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt."

(Quelle unbekannt)





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Die Tiere hielten Versammlung und beklagten sich über die Menschen, die ihnen immer Dinge wegnahmen.

"Sie nehmen meine Milch", sagte die Kuh. "Sie nehmen meine Eier", sagte die Henne. "Sie nehmen mein Fleisch als Schinken", sagte das Schwein. "Sie jagen mich wegen des Öls", sagte der Wal.

Schließlich sprach die Schnecke. "Ich habe etwas, das sie mir sicher wegnehmen würden, wenn sie könnten. Etwas, das sie mehr begehren als alles andere. Ich habe Zeit."

(Sufi)




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Der Wald ist ein besonderes Wesen von uneingeschränkter Güte und Zuneigung, das keine Forderungen stellt und großzügig die Erzeugnisse seines Lebenswerks weitergibt. Allen Geschöpfen bietet er Schutz und spendet Schatten, selbst dem Holzfäller, der ihn zerstört.

(Buddha)


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"Arme Leute
Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: "Wie war dieser Ausflug?" "Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?" "Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."

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Vom Mut eine Probe zu wagen

Ein König stellte für einen wichtigen Posten den Hofstaat auf die Probe. Kräftige und weise Männer umstanden ihn in großer Menge. ‘Ihr weisen Männer‘ sprach der König, ‘ich habe ein Problem, und ich möchte sehen, wer von euch in der Lage ist, dieses Problem zu lösen.‘ Er führte die Anwesenden zu einem riesengroßen Türschloss, so groß, wie es keiner je gesehen hatte. Der König erklärte: ‘Hier seht ihr das größte und schwerste Schloss, das es in meinem Reich je gab. Wer von euch ist in der Lage, das Schloss zu öffnen?‘ Ein Teil der Höflinge schüttelte nur verneinend den Kopf. Einige , die zu den Weisen zählten, schauten sich das Schloss näher an, gaben aber zu, sie könnten es nicht schaffen. Als die Weisen dies gesagt hatten, war sich auch der Rest des Hofstaates einig, dieses Problem sei zu schwierig, als dass sie es lösen könnten. Nur ein Wesir, ging an das Schloss heran. Er untersuchte es mit Blicken und Fingern, versuchte es auf die verschiedensten Weisen zu bewegen und zog schließlich mit einem Ruck daran. Und siehe, das Schloss öffnete sich. Das Schloss war nur angelehnt gewesen, und nicht ganz zugeschnappt, und es bedurfte nichts weiter, als des Mutes und der Bereitschaft, dies zu begreifen und beherzt zu handeln. Der König sprach: ‘Du wirst die Stelle am Hof erhalten, denn du verlässt dich nicht nur darauf, was du siehst, oder was du hörst, sondern setzt selber deine eigenen Kräfte ein und wagst eine Probe.‘

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Das Fenster
Es waren einmal zwei Männer, die beide ernstlich krank waren und zusammen in einem kleinen Zimmer eines großen Krankenhauses lagen. Das Zimmer war wirklich sehr klein.
Es reicht knapp für die beiden – zwei Betten, zwei Nachtschränkchen, eine Tür und ein Fenster. Einer der beiden durfte nachmittags immer eine Stunde lang aufsitzen (das hatte etwas damit zu tun, dass so die Flüssigkeit in seinen Lungen besser abgebaut wurde), und sein Bett stand in der Nähe des Fensters.
Der andere Mann musste ständig liegen und beide mussten sich sehr ruhig verhalten. Deshalb waren sie auch zusammen in dem kleinen Zimmer untergebracht worden.
Und sie waren froh und dankbar für die Ruhe und den Frieden. Sie bekamen nicht viel mit von der Geschäftigkeit auf den Krankenhausfluren. Ein Nachteil war allerdings, dass sie auch sonst nicht viel tun konnten, um sich zu beschäftigen. Sie durften weder lesen, noch Radio hören oder gar fernsehen. Sie mussten sich wirklich ganz ruhig verhalten. So waren diese beiden aufeinander angewiesen und sie haben stundenlang miteinander geredet, über ihre Hobbies, ihre Kindheit, ihre Kriegserlebnisse, ihre Urlaube und noch vieles mehr.
Jeden Nachmittag, wenn der eine Mann aufgesetzt wurde, diese eine Stunde lang, sah er aus dem Fenster und beschrieb alles, was er sah und erzählte alles, was geschah.
Vor dem Fenster befand sich scheinbar ein großer Park mit einem kleinen See, auf dem Enten und Schwäne schwammen. Die Kinder fütterten sie mit Brotstücken und ließen Schiffchen schwimmen. Junge Mädchen flanierten in hübschen Kleidern und Liebespaare gingen händchenhaltend unter den Bäumen spazieren.
Der Mann im hinteren Bett hörte zu und jede Minute dieser einen Stunde am Tag wurde für ihn zu einem Vergnügen. Er hörte, dass ein Kind in den See gefallen war und patschnass herausgezogen wurde, dass ein Junge mit seinem jungen Hund herumtollte und dass ein spannendes Fußballspiel im Gange war. Und er konnte sich alles gut vorstellen, bald so, als sei er selbst dabei. Und er begann, regelrecht für diese Stunde zu leben.
Und dann, an einem schönen Nachmittag, als eine Musikkapelle durch den Park marschierte und es besonders lustig war, zuckte ihm ein Gedanke durch den Kopf : "warum sollte eigentlich immer der andere das Vergnügen haben, in den Park zu schauen und all die vergnügliche Dinge zu sehen. Warum konnte man nicht tauschen?!"
Er schämte sich wegen seiner Gedanken, aber sie ließen ihn nicht mehr los. Im Gegenteil, je mehr er versuchte, sie beiseite zu schieben, desto mehr wünschte er sich den Fensterplatz. Er musste dauernd daran denken und sein Zustand verschlechterte sich, was keiner der Ärzte verstehen konnte. Eines Nachts, als er gerade schlaflos und missmutig an die Decke starrte, wurde der andere Mann plötzlich wach. Er hustete und rang nach Luft. In seiner Not fand er den Klingelknopf für die Schwester nicht. Sein Nachbar aber lag still in seinem Bett und rührte sich nicht.
Irgendwann hörte der Mann auf zu husten, er rang nicht mehr nach Luft; er hatte aufgehört zu atmen. Der andere lag noch immer still in seinem Bett und starrte an die Decke. Am Morgen kam die Schwester, um die beiden Männer zu waschen. Sie fand den Toten und ohne viel Aufhebens wurde er weggeschafft – wie das im Krankenhaus so geht.
So bald es der Anstand erlaubte, bat der Mann darum, dass man ihn in das Bett am Fenster verlegen möge. Und er wurde umgebettet und dann ließ man ihn allein, denn er musste ja Ruhe haben. Kaum war die Schwester aus dem Zimmer gegangen, versuchte er, sich aufzusetzen. Es war mühselig und schmerzhaft, aber endlich hatte er es geschafft. Endlich konnte er mit eigenen Augen nach draußen sehen !
Was er sah, war die kahle Wand eines anderen Hauses.
(G. W. Targe )


Was du suchst
ist nicht auf den Gipfeln der Berge,
nicht in den Tiefen der Meere,
nicht in den Strassen der Städte:

Es ist in deinem Herzen.



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